Ratgeber
Bauteil ohne Zeichnung nachfertigen lassen
Die häufigste Sorge vor einer Anfrage: „Ich habe doch gar keine Unterlagen." Das ist kein Hindernis – das Bauteil selbst ist die Vorlage. Entscheidend ist nicht, ob Sie eine Zeichnung haben, sondern ob die relevanten Maße erfassbar sind.
Diese Angaben genügen
- Fotos von mehreren Seiten – idealerweise mit Lineal oder Münze im Bild als Maßstab
- Die drei Hauptmaße (Länge × Breite × Höhe), grob gemessen genügt für den Anfang
- Maße der Funktionsflächen: Bohrungsdurchmesser, Lochabstände, Gewinde, Passungen
- Wofür das Teil dient: Maschine, Fahrzeug, Funktion, Belastung, Temperatur
- Das Material des Originals, falls bekannt – oder wie es sich anfühlt (magnetisch, leicht, spröde)
- Die Stückzahl, die Sie brauchen
Fehlt etwas davon, ist das kein Ausschlussgrund. Wir fragen gezielt nach, statt die Anfrage abzulehnen.
Richtig fotografieren
Fotografieren Sie das Teil auf einer einfarbigen, hellen Fläche – ein Blatt Papier genügt. Jede Seite einzeln, senkrecht von oben, ohne Schatten über den Kanten. Legen Sie ein Lineal oder eine Ein-Euro-Münze daneben; damit lassen sich Proportionen später sauber ableiten. Bei Bohrungen und Gewinden zusätzlich eine Nahaufnahme.
Welche Maße wirklich zählen
Nicht jedes Maß muss exakt sein. Kritisch sind die Flächen, an denen das Teil mit anderen Teilen in Kontakt steht: Bohrungsdurchmesser, Lochbild, Anlageflächen, Wellensitze, Gewinde. Dekorative Radien und Außenkonturen dürfen abweichen, ohne dass die Funktion leidet. Sagen Sie uns, welche Maße passen müssen – das spart eine Iteration.
Und dann?
Aus Fotos und Maßen entsteht ein fertigungsgerechtes 3D-Modell. Der komplette Ablauf ist auf der Seite Reverse Engineering Berlin beschrieben. Ob Metall oder Kunststoff sinnvoller ist, klärt die Materialentscheidung.
Häufige Fragen
Kann ein Bauteil ohne Zeichnung nachgefertigt werden?
Ja. Das Bauteil selbst ist die Zeichnung. Aus Fotos, gemessenen Hauptmaßen und den Maßen der Funktionsflächen entsteht ein 3D-Modell, aus dem gefertigt wird.
Wie genau muss ich messen?
Für die erste Einschätzung genügen grobe Maße. Für die Fertigung sind vor allem die Funktionsmaße wichtig – Bohrungen, Abstände, Passungen. Ein einfacher Messschieber reicht dafür meist aus.
Was, wenn das Originalteil beschädigt ist?
Fehlende Bereiche lassen sich oft über Symmetrien, Gegenstücke oder Einbausituation rekonstruieren. Legen Sie dem Foto möglichst auch das Gegenstück bei.
Muss ich das Teil einschicken?
Nicht zwingend. Viele Bauteile lassen sich aus Fotos und Maßen rekonstruieren. Bei komplexen Freiformflächen fragen wir gezielt nach – dann kann das Originalteil helfen.
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Laden Sie Ihre Aufnahmen hoch und nennen Sie die Maße, die passen müssen. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden.